Bewusstsein als Feld – und die Frage nach seinem Ursprung

von Frank Jacob

Kürzlich erhielt ich eine E-Mail von meinem Freund und Kollegen Dieter Broers, in der er die These formuliert, dass menschliches Leid häufig aus einer Bewusstseinseintrübung entsteht, die zu einem Verlust des inneren Gleichgewichts führt. Diese Trübung sei, so Dieter, nicht persönlicher Natur, sondern das Resultat einer schleichenden Verlagerung der Aufmerksamkeit. Weg von unmittelbarer Wahrnehmung, hin zu inneren Erzählungen. Die Lösung liege in der Rückkehr zur Präsenz und zur bewussten Verankerung im gegenwärtigen Moment.

„Bewusstseinseintrübung und Bewusstseinsklarheit“, schreibt Dieter, „sind keine Gegensätze im moralischen Sinn, sondern zwei unterschiedliche Resonanzzustände desselben Bewusstseinsfeldes.“

Im Kern deckt sich diese Sichtweise in vielen Punkten mit meinen eigenen Erkenntnissen. Gleichzeitig gibt es einige subtile, aber entscheidende Unterschiede zwischen unseren Modellen. Da sich ein Teil meiner Leserschaft mit Dieters überschneidet, möchte ich diese Gedanken als Grundlage für ein kurzes Essay nutzen. Nicht als Widerspruch, sondern als Ergänzung aus einer gnostisch-sophianischen Perspektive, wie ich sie in meinen letzten Serien und Schriften ausgearbeitet habe.

Betrachten wir einige zentrale Passagen aus Dieters Botschaft genauer.

Welches Feld ist gemeint?

„Der Mensch lebt nicht in erster Linie in einer Welt der Dinge, sondern in einem Feld von Bedeutungen, Resonanzen und inneren Zuständen.“

Dieser Satz trifft einen wahren Kern. Menschliches Erleben ist feldhaft organisiert und nicht bloß objektbezogen. Auch die Feststellung, dass Bewusstsein kein Nebenprodukt biologischer Prozesse, sondern ein ordnendes, nicht-lokales Feld sei, weist über pur materialistische Realitäten hinaus.

Doch genau hier stellt sich für mich eine entscheidende Frage, die unausgesprochen bleibt – und dennoch alles entscheidet:
Welches Feld ist hier gemeint?

Ein sophianisches Verständnis von Bewusstsein bleibt nicht beim Erleben stehen. Es fragt nach Ursprung, Einbettung und Trägerschaft. Bewusstsein ist nicht einfach ein universelles, abstraktes Feld, sondern Ausdruck eines lebendigen planetaren Zusammenhangs. Es ist geerdet, situiert und in eine lange evolutionäre Geschichte eingebunden.

Sophia ist in diesem Sinne keine Metapher, sondern der Name für eine reale, materielle Intelligenz: die Erde selbst als lebendiger Organismus. Menschliches Bewusstsein entsteht nicht neben ihr, sondern in ihr. Als lokalisierte Wahrnehmung eines größeren planetaren Feldes. Selbst der Moment der Geburt innerhalb der Biosphäre markiert einen energetischen Zeitpunkt mit Bezug zum gesamten Kosmos. Klarheit ist daher nicht bloß innere Ordnung, sondern Resonanz mit einem lebendigen Ursprung.

Eintrübung ist mehr als Ablenkung


Es ist richtig, wenn Dieter schreibt:

„Die meisten Formen menschlichen Leidens entspringen nicht äußeren Umständen, sondern einer schleichenden Eintrübung des Bewusstseins.“

Und ebenso zutreffend ist die Beobachtung, dass der Mensch dabei nicht das Bewusstsein verliert, sondern den Kontakt zu seiner eigenen Mitte.

Aus sophianischer Sicht ist diese Eintrübung jedoch nicht nur psychologisch oder habituell. Sie ist ökologisch und feldlich. Bewusstsein trübt sich nicht allein durch Denken, Bewerten oder Projektion, sondern durch die schrittweise Entkopplung von seinem organischen Träger. Vom Körper, von der Erde, von der lebendigen Umgebung, aus der Wahrnehmung ursprünglich hervorgeht.

Der blinde Fleck: Das Default Mode Network (DMN)


An dieser Stelle lohnt ein präziser Blick auf ein zentrales Thema in Dieters neuem Buch 'Das entführte Bewusstsein'. Das sogenannte Default Mode Network (DMN). In der Neurowissenschaft ist dieses Netzwerk unter anderem mit selbstreferenziellem Denken, autobiografischem Gedächtnis, mentaler Zeitreise, Imagination und innerer Narrativbildung verbunden.

Funktional betrachtet wirkt das DMN wie eine narrative Überlagerungsmaschine. Es erzeugt den inneren Monolog. Es simuliert Möglichkeiten. Es rekonstruiert Vergangenheit und antizipiert Zukunft. Oft schneller, als unmittelbare Wahrnehmung eintreten kann. Es trägt wesentlich zur Illusion eines stabilen, kontinuierlichen „Ichs“ bei, das möglicherweise eher konstruiert als entdeckt ist.

Hier liegt der kognitive Raum, in dem archontische Mimikry überhaupt denkbar wird. Nicht im anatomischen Gewebe des Gehirns, sondern im Muster selbstgenerierender, rekursiver Gedanken. Problematisch wird das DMN dort, wo es sich selbst verstärkt, zwanghaft imaginativ wird, sich an Vertrautem festklammert und den direkten Kontakt mit dem lebendigen Feld abwehrt.

Deshalb ist Vorsicht geboten bei gängigen Schlussfolgerungen wie: „Libet hat bewiesen, dass es keinen freien Willen gibt“ oder „das DMN kontrolliert uns“. Solche Aussagen sind selbst eine Form von Mimikry. Deterministische Narrative, die sich als wissenschaftliche Endgültigkeit ausgeben.

Neurowissenschaft und ein sophianisches Modell treffen sich vielmehr hier:

Die automatische Ebene ist real.
Doch Bewusstsein kann modulieren, hemmen und umlenken.
Agency ist emergent – nicht illusorisch.


Das DMN als Puffer – nicht als Parasit


Eine hilfreiche Analogie ist die digitale Voraufzeichnung moderner Kameras: Sie speichern kontinuierlich Sekunden vor dem Auslösen. Erst nach der bewussten Entscheidung wird der Moment festgehalten.

Ähnlich arbeitet das DMN. Es simuliert Handlungsoptionen. Es bereitet emotionale und motorische Pfade vor. Wenn bewusste Entscheidung eintritt, ist der neuronale Pfad oft bereits angelegt. Das ist kein Hinweis auf Fremdsteuerung, sondern Ausdruck eines hoch adaptiven, vorausschauenden Systems. Ein weiteres Beispiel für die Genialität des genomischen Anthropos-Designs, das Sophia gemeinsam mit Thelete im Pleroma hervorgebracht hat.

Problematisch wird es dort, wo diese Puffer-Schleifen mit Angst, Trauma, Ideologie oder kulturellem Müll gefüllt sind. Dann wird der Autopilot zum verzerrten Erzähler – nicht im wörtlichen Sinne fremdgesteuert, aber feldlich fehlgekoppelt.


Fremdsteuerung durch Resonanz – aber wessen Resonanz?


Dieter formuliert treffend:

„Fremdsteuerung wirkt nicht durch Kontrolle, sondern durch unbewusste Resonanzkopplung.“

Der entscheidende fehlende Schritt ist jedoch die Unterscheidung der Felder selbst. Denn nicht jede Resonanz ist organisch. Nicht jede Kohärenz ist lebensdienlich. Ein Bewusstsein kann ruhig und gesammelt sein, und dennoch an synthetische oder extraktive Felder gekoppelt bleiben. Ohne diese Unterscheidung wird Klarheit gefährlich neutral.


Sonne, Sophia und die Umkehr der Kausalität

Ein weiterer zentraler Unterschied liegt in der Deutung solarer Einflüsse. Dieters Modell neigt dazu, die Sonne als externen Trigger zu verstehen, der in die Biologie eindringt und Bewusstseinsbarrieren lockert.

In einer sophianischen Kosmologie – vereinbar mit Plasmakosmologie und dem elektrischen Universum – kehrt sich diese Logik um.

Solare Resonanz äußert sich zunächst als atmosphärische und geomagnetische Antwort. Innerhalb dieses Spannungsfeldes passt die Erde - Sophia - ihr eigenes Feld an. Der Mensch reagiert darauf, weil er in diesem Organismus lebt, nicht außerhalb von ihm. Das Default Mode Network kann sich dabei lockern oder zeitweise destabilisieren. Bewusstsein erhält so einen direkteren Zugang zum sophianischen Signal. Das Ich-Konstrukt kann kurzzeitig zusammenbrechen und so zu Einsichten führen, die normalerweise nicht wahrnehmbar sind.

Erwachen geschieht nicht, weil die Sonne eindringt, sondern weil Sophia ihre Bedingungen moduliert.


Präsenz ist kein Endpunkt – sondern ein Test

„Bewusstsein klärt sich nicht, weil es etwas tut. Es klärt sich, weil es aufhört, sich selbst zu überlagern.“

Das stimmt. Und doch ist es nur die halbe Wahrheit.

Präsenz ohne Unterscheidung bleibt offen für alles.
Präsenz ohne Verkörperung bleibt schwebend.
Präsenz ohne Erdung bleibt manipulierbar.

Wenn das DMN kein Parasit, sondern ein Puffer ist, folgt daraus etwas Entscheidendes: Es lässt sich erkennen, trainieren und neu ausrichten. Archontische Narrative können identifiziert werden, wenn sie sich einschleichen. Solar-sophianische Zyklen sind dann keine Schicksalsschläge, sondern Fenster. Was durch diese Fenster geschieht – Klarheit oder Verwirrung – hängt von der Beteiligung des Menschen ab.

Das ist kein modernes Konzept.
Das ist exakt, was die Mysterien lehrten.


Fazit

Die gegenwärtige Krise des Menschen ist nicht nur eine Krise der Wahrnehmung, sondern eine Krise der Zugehörigkeit und Navigation. Sie endet nicht dort, wo der Mensch still wird, sondern dort, wo er erkennt, in welchem Feld er lebt. Und wofür seine Klarheit gebraucht wird.

Innere Ruhe ist kein Ziel.
Sie ist der Prüfstein.

Und Bewusstsein ist kein Opfer kosmischer Kräfte, sondern ein mitwirkender Knoten im lebendigen Körper Sophias. Und im sich entfaltenden Kosmos.

Jörg Erdmann
Dec 28, 2025

Grosses Danke 🙏🏻

ulrike gallmeier
Dec 29, 2025

also bewusstsein als ein schaffen aus dem nichts heraus, ein neues erschaffendes

ulrike gallmeier
Dec 29, 2025

also menschliches bewusstsein als ein neuerschaffen sowohl der sonne als auch der erde.

das ist gewalltig. ich kann es gerade nur andenken.

Klaus Adolf Kreuzer
Dec 29, 2025


Dein Text lieber Frank beinhaltet viele Punkte, die auch in meiner eigenen Runen-Arbeit seit Jahren eine Rolle spielen. Besonders die Feldhaftigkeit des Bewusstseins, die Kritik an einem rein materialistischen Denken und die Neubewertung des DMN, inneres Netzwerk, halte ich für wichtige Schritte aus der Sackgasse rein Materie-bezogener Modelle herauszukommen.

Gleichzeitig möchte ich einen Punkt herausheben, der mir in deiner Erklärung für mich nicht klar genug präzisiert wird.

Der Körper reagiert nicht am Anfang eines Prozesses, sondern am Ende.
Was wir als Handlung, Reaktion oder Symptom beobachten, ist bereits der Vollzug eines zuvor im Feld und im Gehirn abgeschlossenen Vorgangs.

Damit eine Reaktion überhaupt möglich ist, muss im Vorfeld Wahrnehmungswissen und Handlungswissen vorhanden sein. Ein einfaches Beispiel: Wer nicht weiß, was eine Verkehrsampel ist, wird auf ihr Umschalten nicht reagieren. Nicht aus Widerstand, sondern weil das Signal feldlich keine Bedeutung trägt. Es existiert für diesen Menschen nicht als Handlungsimpuls.

Aus dieser Perspektive liegt das entscheidende Wissen nicht primär im Organ, sondern im Feld. Unsere, wohlgemerkt nur ansatzweise verstandene, DNA und RNA sind keine Träger von Bedeutung, sondern Reaktoren. Sie setzen um, was feldlich bereits angelegt, erkannt und integriert ist. Das verschiebt die Kausalität grundlegend. Nicht der Körper erzeugt Bewusstsein, sondern Bewusstsein als Feld organisiert Körperreaktion.

Ein praktisches, oft missverstandenes Beispiel dafür ist die Impfung. Sie wirkt nicht ausschließlich biochemisch, sondern immer auch feldlich. Der Organismus reagiert nicht nur auf den eingebrachten Stoff, sondern auf dessen Einbringung in ein bereits bestehendes Wahrnehmungs-, Bedeutungs- und Ordnungsfeld.
Fehlt diese innere Ordnung oder ist das Feld belastet, fragmentiert oder widersprüchlich, kann dieselbe Eingriffsweise unterschiedlich oder auch negativ wirksam werden. Nicht, weil der Impfstoff „gut“ oder „böse“ wäre, sondern weil der oder die Reaktoren auf  Feldinformationen antworten, die sie nicht integrieren können.

Damit wird deutlich, der Körper reagiert nicht autonom, sondern im Zusammenhang.
Er vollzieht, was im Feld bereits vorbereitet ist. Ohne diese Vorverlagerung lässt sich weder Wirkung noch Nebenwirkung sinnvoll verstehen. Dies ist keine medizinische Bewertung!

Vor diesem Hintergrund sehe ich auch das Default Mode Network weniger als Ursache von Verstrickung, sondern als Verstärker dessen, womit es gespeist wird. Fehlt innere Ordnungskenntnis, wird das DMN zum Wiederholer von Fremdsteuerung.
Ist Wahrnehmungswissen vorhanden, kann es ein hochpräzises Vorbereitungs- und Integrationssystem sein.

Daraus ergibt sich für mich, eine unbequeme Konsequenz. Feldinterventionen, gleich welcher Art, wirken nicht nur stofflich, sondern immer auch feldlich. Ob sie unterstützend oder belastend wirken, hängt wesentlich vom inneren Ordnungszustand und der Einbettung des Menschen in seinem Umfeld ab. Das ist keine moralische oder politische Aussage, sondern eine systemische.

Präsenz allein genügt deshalb nicht.
Ohne Unterscheidungsfähigkeit bleibt sie offen, aber orientierungslos.
Ohne verkörpertes Wahrnehmungswissen bleibt sie anfällig für jede Resonanz.

Innere Ruhe ist kein Ziel an sich.
Sie ist ein Prüfstein dafür, ob Ordnung vorhanden ist oder nur Stille.

In meiner Antwort sehe ich eine mögliche Ergänzung zu deinen Ausführungen. Nicht nur das Bewusstsein klärt sich, sondern der Mensch muss lernen, in welchem Feld er steht und wofür seine Klarheit gebraucht wird.
Herzliche Grüße
Klaus Adolf

Frank Jacob
Dec 29, 2025

Danke Klaus, für deine differenzierte und sorgfältige Ergänzung. Vieles von dem, was du beschreibst, insbesondere die Vorverlagerung von Wahrnehmungs- und Handlungswissen, sowie die Rolle des DMN als Verstärker, ist mit mit meinen eignen Theorien gut kompatibel und trifft einen wichtigen Punkt.

Gleichzeitig möchte ich auf einen von deiner angesprochenen Punkte etwas genauer eingehen, da er von entscheidender Bedeutung ist: die Rolle der DNA und der Verkörperung.

Ich stimme dir zu, dass Bewusstsein nicht vom Körper erzeugt wird und dass feldliche Prozesse der Reaktion vorausgehen. Dennoch halte ich es für wichtig, DNA und RNA nicht ausschließlich als Reaktoren zu begreifen, wie es in deiner Schilderung rüberkommt. In einem sophianischen Modell sind sie vielmehr resonante, kristalline Strukturen, die als Antennen und als Übersetzer fungieren.

DNA ist kein Speicher von Bedeutung im narrativen Sinn. Aber sie ist auch nicht bedeutungsneutral. Sie stellt eine hochspezifische materielle Architektur dar, die bestimmt, welche Feldinformationen überhaupt empfangen, integriert und verkörpert werden können. Ohne diese strukturelle Einschränkung wäre jede Feldkopplung beliebig. Dass sie es nicht ist, zeigt sich in der bemerkenswerten Stabilität der menschlichen Form.

Gerade deshalb ist Verkörperung für mich kein nachgeschalteter Vollzug, sondern ein gleichwertiger Pol. Sophia wirkt nicht über Materie hinweg, sondern durch sie. Der Körper ist nicht nur Ausführungsorgan, sondern Teil der Intelligenz des Systems.

Dein Hinweis, dass Interventionen nie rein stofflich wirken, sondern immer in ein bestehendes Wahrnehmungs- und Ordnungsfeld eingebettet sind, ist dabei grundsätzlich stimmig. Das gilt jedoch nicht nur für medizinische Eingriffe, sondern ebenso für Ernährung, Umweltgifte, elektromagnetische Belastungen, soziale Dynamiken, Verhaltensklonen, oder narrative Dauerbeschallung. Feld und Materie lassen sich hier nicht trennen, definitiv aber unterscheiden.

Und genau an diesem Punkt wird für mich die Unterscheidungsfähigkeit zentral. Präsenz allein genügt nicht. Ohne verkörpertes Wahrnehmungswissen bleibt sie offen, aber orientierungslos. Ohne Klarheit darüber, welches Feld wirkt und wie es sich mit der biologischen Architektur koppelt, verliert auch Ruhe ihren Maßstab.

In diesem Sinne sehe ich unsere Positionen daher schlussendlich komplementär. Mit dem entscheidenden Zusatz: dass Feldintelligenz und materielle Struktur einander bedingen. Nicht entweder-oder, sondern eine lebendige Kopplung innerhalb des Organismus Sophia.

Danke nochmal für deinen Input!

Klaus Adolf Kreuzer
Jan 2

ATEMFELD
Hallo Frank, hallo in die Runde,

ausgehend von den Feld-, Plasma- und Sophia-Überlegungen von Frank, möchte ich einen Gedanken teilen, der mir seit Jahren immer wieder begegnet. Etwas ganz Alltägliches – und zugleich Grundlegendes: unser Atmen. Odem. Lebensatem. Wir sind ununterbrochen damit beschäftigt, meist ohne es wirklich zu beachten. Vielleicht lohnt es sich, gerade hier einmal anders hinzuschauen.

In meiner Arbeit hat sich über die Jahre ein Bild herauskristallisiert, das ich das Atemfeld nenne. Nicht als Metapher, sondern als reale Vermittlungsebene. Ein Bereich, in dem sich Geist, Seele und Körper begegnen. Dort, wo äußere Einflüsse und innere Ordnung aufeinandertreffen. Nicht nur stofflich über die Luft, sondern auch atmosphärisch, emotional, geistig.

Für mich ist der Körper dabei nicht der Ursprung des Bewusstseins, sondern eher dessen spätester Ausdruck. Was er zeigt, ist im Feld bereits angelegt. Das widerspricht dem gewohnten Ursache-Wirkung-Denken, passt aber erstaunlich gut zu vielen Erfahrungen – auch zu dem, was Frank über Felder und Plasma in seinen Webinar Akte X…Plasma Matrix mitteilt.

Ich erlebe den Menschen als ein Zusammenspiel von drei Wirkebenen:
Geist als ordnende Instanz, Seele als vermittelnde und differenzierende Kraft, Körper als Vollzug und sichtbarer Ausdruck. Diese Ebenen stehen nicht nebeneinander, sondern wirken ständig ineinander.

Das Atemfeld scheint mir dabei die operative Mitte zu sein. Alles, was von außen auf uns einwirkt – Luft, Klang, Stimmung, auch die Atmosphäre anderer Menschen – tritt zuerst hier ein. Je nach innerer Ordnung wirkt das klärend oder verstärkend. Ein einfacher, aber deutlicher Hinweis ist für mich der Aufenthalt im Wald. Er wirkt nicht nur entspannend auf den Körper, sondern ordnet oft auch seelisch und geistig. Umgekehrt kann belastete Umgebung Unruhe erzeugen, selbst wenn man sie chemisch kaum greifen kann.

In dieser Sicht verläuft Wirkung nicht von unten nach oben, sondern umgekehrt: Geist setzt Impuls, das Feld vermittelt, die Seele erlebt, der Körper reagiert. Der Körper entscheidet nicht – er zeigt an. Heilung beginnt für mich daher nicht im Organ, sondern in der Ordnung des Feldes. Äußere Einflüsse können integrieren oder destabilisieren, je nachdem, wie diese Ordnung beschaffen ist.

Wichtig ist mir dabei: Das ist kein absoluter Anspruch. Akute Verletzungen oder genetische Extreme folgen teilweise anderen Gesetzmäßigkeiten. Trotzdem scheint auch dort die Feldordnung entscheidend dafür zu sein, wie etwas verarbeitet und integriert wird.

Gedanklich stehe ich damit nicht im luftleeren Raum. Vieles knüpft an anthroposophische Überlegungen bei Rudolf Steiner an, ebenso an triadische Modelle, wie Johannes Heinrichs sie beschrieben hat. Für mich ist es eher eine Weiterführung aus der Praxis heraus als eine Übernahme.

Mich würde interessieren, wie ihr das seht – gerade im Zusammenhang mit Sophia und ihrer Weisheit im menschlichen Entwicklungsweg. Gibt es aus eurer Sicht weitere Zusammenhänge, die hier hineinspielen?

Herzliche Grüße
Klaus